TAG 21 - 18.09.2018
Heute wurde in Griechenland das letzte Mal umgezogen. Es ist ja schon fast Herbstanfang und außerdem die Uhr hier eine Stunde vorgestellt... so wird es nach 7 erst hell. Duschen war heute nicht .. es gab noch kein heißes Wasser... also zusammenpacken, frühstücken, weiter ziehen. Vorher noch bezahlen.. pro Nacht 20 Euro für Zelt, Auto, 2 Nasen und Strom... duschen kostet nichts extra. Sind schon Nachsaisonpreise... die Ruhe auf dem Platz gratis... sind ja nimmer viel Camper da.
Dieser Platz hatte zwar eine tolle Lage aber die Sanitäranlagen und auch die kleine Taverne, die zum Platz gehörten... sagten uns nicht so zu.
Unser Zelt sollte die letzten Tage in Griechenland auf dem CP "Camping Melissa" stehen... schon fast vor den Toren von Patras.
Aber vorher gab es noch ein echtes Highlight - einen Besuch des antiken Olympia. Das hügelige Alphios-Tal mit seinen Kiefern, Zypressen, Öl- und Eukalyptusbäumen ist eine fantastische Kulisse für Olympia - Sportwettkampfstätte und es war eines der geistigen Zentren der Antike. Das Heiligtum mit den vielen bedeutenden Ruinen, wie Zeustempel, Stadion oder Palaestra hat nichts von seiner Faszination eingebüsst...griechische Geschichte pur...die uns Gänsehaut gemacht hat.
Ich hab als Kind griechische Sagen gelesen..über das Leben der Götter viel erfahren...und nun stand ich am Zeustempel..er war der bedeutendste Tempel von Olympia und mit seinen Abmessungen von 64,12 mal 27,68m der größte des Peleponnes. Er hatte 6 Säulen an der Stirn- und 13 Säulen an den Längsseiten und war 20,25m hoch.


Ein ganzes Jahrtausend hielt der Tempel allen Kriegen und Naturgewalten stand.. bis ihn das Erdbeben von 552 n. Chr. zerstörte.
| Eine Säule wurde für die Olympiade 2004 rekonstruiert |
Heute - nach den Ausgrabungen - finden wir dort noch den Unterbau, verstreute Säulentrommeln, die das Erdbeben hingeschleudert hat sowie völlig erhaltene Säulenfundamente aus Muschelkalk, die 2,50m aus der Erde herausragen. Eine Säule am Ostende wurde im originalen Zustand saniert... WAS muss das für ein Gebäude gewesen sein!! Im Museum sahen wir später noch die beiden Giebel mit ihrem Skulpturenreichtum --einfach gigantisch. Wo sich die in der Cella (Hauptraum) stehende 12m hohe Zeusstatue aus Gold und Elfenbein - übrigens eines der 7 Weltwunder der Antike - heute befindet haben wir noch nicht rausbekommen.
Reste des Gymnasions, eines 120 mal 220m rechteckigem Gebäude mit zentralem Hof und säulenhallen an den 4 Seiten - als zentrales Übungsgelände für die Athleten in den Disziplinen Lauf, Speer- und Diskuswerfen.
Reste des Gymnasions, eines 120 mal 220m rechteckigem Gebäude mit zentralem Hof und säulenhallen an den 4 Seiten - als zentrales Übungsgelände für die Athleten in den Disziplinen Lauf, Speer- und Diskuswerfen.
Interessant für uns war auch der Ort, an dem alle 2 Jahre die Olympische Flamme entzündet wird... wir standen vor diesen Resten des Tempels der Zeusgemahlin Hera.
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| Der Altar der Gera - hier wird das olympische Feuer entzündet |
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| Die Flamme wird entzündet - Reproduktion |
Dann sahen wir noch auf eine Senke, in der das Stadion von Olympia lag..man betritt es durch einen schmalen Gang und ein Gewölbetor. Die Reste dieses Stadions wurden erst in den 50ziger Jahren des letzten Jahrhunderts frei gelegt und im Stil des 4. Jh. v. Chr. restauriert. Die Länge der Laufbahn beträgt "ein Stadion" das sind 600 antike Fuss und das sind für uns193m.
Wir haben uns gewundert, dass dieses "Stadion" so riesengroß war... der griechischen Mythologie zufolge soll der antike Superheld Herakles höchst persönlich seine Füße zum Ausmessen bereit gestellt haben. Überrascht waren wir auch darüber, dass das Stadion 40 000 Zuschauer gefasst hat...die auf Erdhügeln saßen.
Das Philippeon - ein Rundbau - ein sogenannter Tholos. Er galt als Machtdemonstrationn der Mazedonier an dieser bedeutenden Stätte der Griechen.
| Teilrekonstruktion 2005 fertiggestellt |
| Kapitell einer ionischen Säule |
| Auf diesem 3-seitigen Sockel stand die geflügelte Siegesgöttin Nike. |
Es gab so unheimlich viel zu sehen und zu lesen....diesmal sogar in deutsch..aber die Sonne brannte gnadenlos...trotz Hut und ordentlich Sonnencreme verließen wir nach 2,5 Stunden die Ausgrabungsstätte und machten noch einen Rundgang im gut temperierten archäologischen Museum.
Dieses Gebäude wurde 2004 inmitten einer Parkanlage gegenüber der Ausgrabungsstätten wieder eröffnet. Ein Museum von Weltformat. Hier wurde über ein Jahrtausend griechisches Leben, Kunst und Kultur von Olympia wahrhaft lebendig.
In 12 Räumen sind Kostbarkeiten des panhellenischen Heiligtums.. darunter die berühmten Skulpturen des Zeustempels ausgestellt.
Der Besuch war eine sehr gute Hilfe, die eben gesehene Anlage besser zu. verstehen..so langsam ließ unsere Aufmerksamkeit aber doch ganz erheblich nach... Hitze.. unheimlich viele Eindrücke..das viele Laufen...vielleicht auch das Alter .
Wir haben gleich an der Ausgrabungsstätte zu Mittag gegessen und dann versucht im Ort Olympia noch Geld zu ziehen.. das ist ja auch immer ein Abenteuer ( 2 Versuche hatte ich unterwegs in einer kleinen Stadt schon hinter mir) bei der 1. Bank klappte es wieder nicht.. trotz Visacard kam keine Verbindung zu Stande.. und dann fand Walter beim Fahren durch den Ort einen Automaten der griechischen Nationalbank. Nun hat alles geklappt.
Auf dem Weg zu "Melissa" genehmigten wir uns noch einen eiskaltem Nescafe Frappe und ein Stück griechisches Gebäck.


Kurz vor 17 Uhr waren wir am CP. Was für ein toller Platz . Wieder direkt am Meer.. super sanitäre Anlagen..eine Beachbar und ein Restaurant.
Nach Zelt aufbauen, Baden, Sonnenuntergang gucken gab es Abendbrot im Restaurant
und bei 24 Grad vorm Zelt noch einen leckeren griechischen Joghurt mit Honig.







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